Der erste Schmied

 

Johannes Fink

(Sohn von Christian Fink und Eva Margaretha Böhringer in Gussenstadt)

geb. am 6. März 1811 in Gussenstadt im Haus 118, heute Bühlstr. 5. Er trat nach seiner Konfirmation 1825 bei seinem Onkel Johann Georg Böhringer, geb. 17 Juli 1773 in Ebersbach Schmiedemeister auf Haus 46 heute Hauptstr. 51 in die Lehre ein. Nachdem sein Lehrmeister und Onkel am 19. Juni 1826 in Gussenstadt starb, entschloss er sich im
November 1827 weiterzugehen und kam nach Plochingen, arbeitete da bis zum Frühjahr 1828 und danach bis Frühjahr 1833 in Göppingen. Danach machte er eine Reise in die Schweiz, arbeitete in Glarus bis 1838, von wo er, nachdem sein Vater am 1. April 1838 verstarb, nach Hause zurückkehrte. Er nahm seine Arbeit in Göppingen wieder auf, um im November 1838 wieder in die Schweiz zu gehen, wo er in der Tierarzneischule in Zürich eine Stellung bekam. Im Frühjahr 1839 wurde er in die Wagenfabrik nach Konstanz berufen und blieb hier bis Anfang Oktober. Danach reiste er nach St. Gallen, arbeitete dort bis zum Frühjahr 1840 und kehrte nach Konstanz zurück, wo er bis Mai 1841 beim Dampfschiffbau Escher Wyß & Comp. Verwendung fand. Von dieser Firma wurde er im Mai 1841 nach Ofen in Ungarn versetzt, Anfang Dezember 1843 jedoch nach Zürich zurückberufen, wo er in der Fabrik bis Juli 1844 arbeitete.

Nach seiner Heimkehr 1844 kauft Johannes Fink Schmiedemeister für 800 Gulden Haus 106, heute Ofengasse 1 (nur Gebäude), sowie den danebenliegenden Bauplatz zum Bau einer Schmiede für 55 Gulden von der Gemeinde und gründete sein eigenes Geschäft.

Er verheiratete sich am 21. Januar 1845 in Gussenstadt mit
Catharina Wachter
(Tochter von Christian Wachter und Anna Maria Pöpplen in Gussenstadt)
geb. am 16. Oktober 1816 in Gussenstadt
gest. am 10. November 1906 in Gussenstadt.

Als tüchtiger, fleißiger und vorbildlicher Geschäftsmann war er im Dorfe beliebt und geschätzt.
Im Jahre 1874 übergab er seinen Betrieb an seinen Schwiegersohn Lukas Mayer und wohnte danach im Haus 90, heute Hauptstr. 34, welches er 1873 für 1100 Gulden von Andreas Junginger (Hirschwirt) kaufte. Er unterstützte seine einzige Tochter und den Schwiegersohn unermüdlich in der Landwirtschaft, wo er am 7. Juni 1886 beim Aufladen eines Heuwagens auf der Wiese durch das rasche Anlaufen der Kühe zu Fall und unter den Wagen kam. Der über seine Brust und Kopf rollende Wagen verletzte ihn so sehr, daß er am selben Abend noch seinen Verletzungen erlag.


© Willi-Martin Jäger Gussenstadt letzte Änderung 23.04.2012

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