Geschichte des Museums im Ursula - Stift in Gussenstadt


Einweihung am Sonntag den 29. Oktober 1911

Mit herzlichem Willkommgruß darf ich meiner Heimatgemeinde Gussenstadt heute die gastlichen Pforten des neuen Gemeindehauses öffnen, das ich ihr erbaut habe. Der Liebe zur Heimat verdankt es seine Entstehung und dem Wohl der Heimat zu dienen, ist seine Bestimmung.

Jakobshalle und Ursulastift sollen die beiden Teile heißen, die es in sich vereinigt, zum Gedächtnis meiner treuen Eltern Jakob und Ursula Thierer. .............

................. Viel langsamer wird sich ja wohl das Zimmer füllen, das im Obergeschoss einen beträchtlichen Raum einnimmt und bestimmt ist für das Dorfmuseum. Es ist eine leidige Tatsache, das sehr vieles, was auf de Lande an Kunstwerken und Altertümern vorhanden war, bis in die neuste Zeit in die Stadt wanderte, sei es das es dort den öffentlichen Sammlungen einverleibt wurde, wo es unter der Masse verschwindet, sei es das Händler es aufkaufen und es nun einem wildfremden Haus zum Schmuckstück dient, seit die Bauernkunst in der Stadt in Mode gekommen ist. Vieles ist so dem Land unwiederbringlich verloren gegangen. Und doch ist hier sein natürlicher Platz, und damit sie nicht verloren gehen, will das Dorfmuseum solche Stücke sammeln und pietätvoll aufbewahren als Denkmale aus der Väter Tagen. Wie manches Überbleibsel von alter Tracht, altem Hausgerät, alter Bauernkunst, wie manches altes Buch, Bild oder Schriftstück u. dergl. mag da und dort in den Rumpelkammern verstauben und zerfallen, das als lebendiges Zeugnis der Vergangenheit für das jetzige und für die kommende Geschlechter einen hohen Wert besitzt. Darum heraus damit und hinein in unsere Alters- und Invalidenversorgungsanstalt, in unsere Dorfsammlung! 

So schrieb der Erbauer Valentin Thierer im Begleitwort der Einladung zur Eröffnung am 29. Oktober 1911


© Willi-Martin Jäger Gussenstadt letzte Änderung 23.04.2012

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