Objekt des Monats Juni 2006

Ölbild von Pfarrer Johann Christoph Friedrich Roscher

 

Pfarrer Johann Christoph Friedrich Roscher

geb. am 20.November 1740 in Tübingen
gest. am 13.August 1822 in Gussenstadt

wirkte vom 12. Juli 1790 bis zum 13.August 1822 ganze 32 Jahre in Gussenstadt. Sein vorbildliches Leben, sein liebevoller Verkehr mit allen Gemeindemitgliedern, seine Wohltätigkeit gegen Arme und sie gewissenhafte Erfüllung aller seiner Amtspflichten ließen Ihn als Vater des Volkes erscheinen. Leider stand die Bevölkerung des Orts damals auf einer niederen Stufe in sittlicher Hinsicht; die Gemeinde wird als die heruntergekommenste der ganzen Diözese Heidenheim amtlich bezeichnet, wozu nach der Überlieferung die saumselige (nachlässige) Amtsführung des Oberamtmannes Fischer auch etwas beigetragen habe. 

Das Bild wurde vor 200 Jahren von Carl Friedrich Samuel Roscher gemalt, welcher am 29. Juli 1779 in Marschalkenzimmern als erster Sohn des Pfarrers Johann Christoph Friedrich Roscher und seiner Ehefrau Gottliebin Kauffmann geboren wurde und am 29. Dezember 1864 in Itzelberg gestorben ist. 

Wilhelm Schneider schreibt über ihn: "Einer der liebenswürdigsten und feinsinnigen Maler des Heidenheimer Landes in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Carl Roscher." Als gelernter Kunsthandwerker hat er sich in mühevoller Kleinarbeit und stetem Fleiß zum Künstler entwickelt. Erfüllt von der Schönheit der Natur, malte er prächtige Bilder im Brenztal und auf der Ostalb. Das von Ihm mit Ölfarben gemalte Bildnis seines Vaters vermittelt das außerordentliche können dieses Künstlers. Es ist eines der wenigen guten Ölgemälde aus der Zeit des beginnenden 19. Jahrhunderts, das auf der Alb entstanden ist."

Wilhelm Schneider schreibt ihm auch das auf dem Gerstetter Rathaus sich befindende Landschaftsbild mit dem Marktort Gerstetten zu, auf dem im drei städtisch gekleidete Personen ein springender Hund und ein Pferdreiter den Vordergrund beleben. Beide Bilder entstanden während seiner Gussenstadter Zeit.

Quelle: Das Heidenheimer Land Band III Heidenheimer Verlagsanstalt 1993

 © Willi-Martin Jäger Gussenstadt letzte Änderung 23.04.2012

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