Objekt des Monats August 2006

Jettons zur Erinnerung an die Hungersnot 1816 - 1817 

von Thomas Stettner Nürnberg

Angesichts des heißen Sommers und der Trockenheit in diesem Jahr wollen wir mit dem Objekt des Monats August um 190 Jahre zurück schauen ins Jahr 1816 als in Deutschland im Sommer fürchterliche Gewitter und der fast täglich niedergehende Regen für  Überschwemmungen sorgten und alles vernichteten was der Bauer angebaut hatte viele verloren sogar ihr Hab und Gut in den Fluten. Es endstand eine Teuerung und einer große Hungersnot. Als 1817 die Ernte wieder gut. ausfiel wurden überall in Stadt und Land die ersten Erntewagen geschmückt und gefeiert und mit dem Lied  „Nun danket alle Gott empfangen.“  Zur Erinnerung daran wurden viele Bilder gemalt und Medaillen geprägt. Das Museum im Ursula-Stift zeigt hierzu einen Jetton (Erinnerungsmedaille) an diese Hungersnot 1816-1817 mit seiner noch Original erhaltenen Beschreibung. Ergänzt durch den sich in der Dauerausstellung befindlichen Stettner Schraubtaler mit seinen Miniaturbildern vermitteln die beiden Exponate welches Unheil 1816 über die Bevölkerung hereinbrach.

 

Der Jetton zeigt eine Szene des Jammers welche so häufig sich dem Auge darboten. Eine Mutter welche Wehmutsvoll auf ihre beiden Kinder blick; das eine liegt kraftlos in ihrem Schoße, das andere umfasst ihre Knie und hebt das Händchen bittend auf.

Die Umschrift ist: O gib mir Brot mich Hungert!

Die Rückseite zeigt eine Wolke, in welcher eine Waage hängt; in der einen Schale ist ein Laib Brot, unter ihr der Preis 2 Kreuzer. In der anderen Schale liegt das Gewicht, unter ihr die Angaben desselben 1 Pfund 3 Loth. Zwischen beiden liegt eine Weizengarbe als Bild der Hoffnung die stets in widrigen Schicksalen den Unglücklichen beruhigt und seine Leiden Mindert. und die nun so schön in Erfüllung gegangen ist.

Die Umschrift lautet: Verzaget nicht Gott lebt noch

 © Willi-Martin Jäger Gussenstadt letzte Änderung 23.04.2012

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